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Praxisbericht: Strahlfäule bei einem Pferd

Pferdekrankheit: Strahlfäule

Foto von LUM3N von pixabay.com

Der folgende Beitrag wird aus Sicht einer Redakteurin erzählt und hat genau so stattgefunden.

Als mein Pferd zu mir kam war er ein „Pubertätsweise“. Das Mädchen, das ihn einst über alles geliebt hatte, wollte schon lange nichts mehr von ihm wissen, die aufopferungsvolle Reitbeteiligung kümmerte sich 1-2 mal in der Woche um ihn. Als die Familie sich entschloß, das Pferd abzugeben, hatte er bereits schon (chronische?) Strahlfäule auf allen 4 Hufen aufgrund eines schlecht gemisteten Stalls und mangelnder Pflege. Die Reitbeteiligung war zwar sehr gewissenhaft, aber die Versorgung 1-2 mal die Woche sind in so einem Fall einfach zu wenig.

Naja, nichts desto trotz, ich übernahm das Pferd, es war Liebe auf den ersten Blick. Ich informierte mich ausführlich über die Erkrankung und optimistisch machte ich mich an die Behandlung und Säuberung der Hufe. Einige Zeit versuchte ich es noch mit dem von den ehemaligen Besitzern empfohlene homöopathischen Mittel, dessen Namen ich bereits vergessen habe. Es half nicht sonderlich gut. Obwohl ich die Hufe täglich sehr gewissenhaft versorgte, wurden die Hufspalten immer tiefer und tiefer.

Fazit: Naturheilmittel helfen bei Pferden nicht immer

Ich kam für mich zu dem Schluß, dass man mit Naturheilmitteln in diesem hartnäckigen Fall nicht weiter kommt und konsultierte einen Tierarzt.

Der Tierarzt meinte, es wäre ein Wunder, dass das Pferd nicht stocklahm ist. Er packte die große chemische Keule aus und verschrieb Jodoformäther. Wer es nicht kennt: Ein ziemlich ätzendes Zeug, das alles tötet, was so an Bakterien rumkreucht. Auf Dauer ist es wohl auch nicht sonderlich gesund. Wie dem auch sei, ich war total begeistert, denn nach 2 Tagen waren die Strahlfurchen trockengelegt und alles erschien auf dem Weg der Besserung. Doch nicht lange. Schon bald ließ die gute Wirkung des Jodäthers nach und alles verschlimmerte sich wieder rasend schnell. 

Hier begann die Odyssee. Ich probierte wirklich alles aus. Wasserstoff, Jodogel, Therrahipp Strahlpflege, Kupfersulfat, Pedochrom, Hipposol, Keralit und wie sie alle heißen, trotz guter, trockener, sauberer Haltungsbedingungen und täglicher Pflege wurde es eher schlimmer als besser. Es schlug einfach kein Mittel an. Meist zeigte sich in den ersten Tagen eine kleine Verbesserung und danach wurde es noch schlimmer. Ich will damit keines dieser Mittel verurteilen, ich habe alle auf Empfehlung von anderen Leidgeplagten ausprobiert. Aber in diesem hartnäckigen Fall hat eben keines geholfen.

Hufprobleme und Schwierigkeiten beim Hufschmied

Durch die chemische Keule und die Krankheit bekamen wir auch noch andere Hufprobleme. Die Eisen fielen alle 4-5 Wochen ab und der Huf sah aus wie ein Schweizerkäse. Die ganze Hufsubstanz war im Eimer. Als dann auch noch mein damaliger Schmied anfing, die Strahlfurche mit dem heißen Eisen zu bearbeiten, brannten bei mir die Sicherungen durch und ich hab mich von seinen Diensten getrennt. Nicht zuletzt auch aus dem Grund, da ich den Verdacht hatte, dass er auch nicht ordentlich beschlägt und die Eisen deswegen so schnell fliegen gehen.

Ein paar Tage nach dem Erlebnis mit dem heißen Eisen im Leben des Hufs meines armen geplagten Ponies kam ich dann in den Stall. Es war ein heißer Sommertag und ich machte mich an die Behandlung der Hufe. Als ich den ersten Hinterhuf aufhob, kam der große Schock! Der Strahl löste sich komplett vom Huf ab und darunter krabbelte es nur so von Maden!

Ich war nur 1 Tag nicht da gewesen und dann das! Am Boden zerstört klagte ich ein paar Einstellkollegen mein Leid. Diese empfahlen mir einen Hufschmiedemeister, der angeblich jedes Pferd wieder hinbekommt. Naja, dacht ich mir, eine von den Pferdeweisheiten, wie es sie zu Millionen gibt. Aber ich wußte weder ein noch aus und ich hatte nichts zu verlieren. Also ließ ich es auf einen Versuch ankommen.

Auch Pferde gewöhnen sich an starke Schmerzen

Auch der Schmiedemeister war „fasziniert“ von der Schwere der Erkrankung, die sich trotz der gewissenhaften Pflege so hartnäckig hielt. Und auch er konnte nicht verstehen, warum das Pferd nicht lahm ging. Die einzige Erklärung, die er hatte war, dass sich das Pferd schon so an den Schmerz gewöhnt hat, dass es ihn quasi nicht mehr spürt. Naja, als erstes machte er sich daran, alles sauber auszuschneiden. Ein ordentliche Beschlag kam drauf, danach waren die Hufe meines Zossen kaum wieder zu erkennen.

Dann empfahl er mir die Strahlpflegepaste von Atarost. Als ich den Preis erfuhr, hat es mich fast vom Sockel gehauen, aber nun gut, was tut man nicht alles für das liebe Vieh. Ich begann die Anwendung und schon nach wenigen Wochen zeigte sich eine deutliche Besserung. Endlich hatte ich ein Mittel gefunden, dass das Leid meines Pferdes lindern konnte auch der Schmied war zufrieden, als er nach 8 Wochen wiederkam waren die Srahlfurchen zumindest schon mal trockengelegt.

Ich war mit diesem Mittel sehr zufrieden, der einzige Wermutstropfen war der Preis und die Beschaffung. Man kann es nur über die Apotheke bestellen und auch nicht in jeder. Ich hab eine Irrfahrt durch die ganze Stadt hinter mir, bis ich eine Apotheke fand, in der ich das Zeug bestellen konnte. Tja und irgendwann kam der Zeitpunkt, wo uns auch dieses Mittel nicht mehr weiterhalf. Der Zustand wurde nicht mehr besser, aber zumindest auch nicht mehr schlechter.

Neue Stadt, neuer Schmied, neuer Tierarzt

Dann kam der Umzug. Neue Stadt, neuer Schmied, neuer Tierarzt. Die Spalten am Strahl werden sich wohl nie mehr schließen, dachte ich und der neue Hufschmied war auch nicht wirklich zufrieden mit den winzig kleinen Fortschritten, die die Hufe noch machten. Die neue Tierärztin empfahl mir dann die Strahlpflege von Marienfelde. Dieses Mittel ist sanft in der Anwendung, aber meine TÄ setzte es auch erfolgreich zur Behandlung von Hufkrebs ein. Ich war sehr skeptisch, aber da das Mittel nur 5 Euro kostet, probierte ich es aus.

Und siehe da, ich hatte ein wahres Wundermittel gefunden. Es hilft auf Dauer und langsam aber sicher schließen sich die tiefen Furchen, die sich hinter den Strahl gebildet haben. An den Hinterhufen sind sie schon geschlossen. Ich hätte das kaum für möglich gehalten, da das Pferd ja gegen jedliche Mittel immun zu sein schien. Aber mit diesem Mittel haben wir nun nach langem Irrlauf eines gefunden, das hilft und preiswert ist. 

Ich möchte hier keine Heilungsgarantie abgeben, das steht mir gar nicht zu. Ich möchte euch nur mitteilen, was bei meinem Pferd geholfen hat. Leider muß ich darauf hinweisen, dass dieser Artikel nur zu informativen Zwecken dient und jegliche Haftung ausgeschlossen wird.

Die Marienfelde Strahlpflege ist ein Gel mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Es beugt wirksam Hufstrahlfäule vor und unterstützt deren Nachbehandlung. Nicht sensibilisierend und daher auch für empfindliche Pferde geeignet, so Marienfelde selbst auf der Homepage. Mit der Applikationsspritze ist es möglich tief in die Strahlfurche und damit tief zu den betroffenen Stellen vorzudringen. Es fördert den natürlichen Heilungsprozess.

Die Wirkstoffe sind Wasser, Glycerol, Propylene Glycol, Hamamelis Virginiana, Bisabolol, Panthenol, Hydroxyethylcellulose, Polyhexanidum, Tocopherol, Methyl Salicylate, CI 42051.


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