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Pferd kaufen – der große Ratgeber – Teil 1

Pferd kaufen: Ratgeber Teil 1

Foto von JamesDeMers von pixabay.com

Bevor man sich mit der Erziehung und dem Leben mit einem Pferd auseinandersetzt, braucht man natürlich erst einmal ein Pferd. Wenn eine Reitbeteiligung nicht mehr ausreicht oder aus anderen Gründen nicht in Frage kommt, so bleibt oft nur die Möglichkeit der Anschaffung eines eigenen Pferds. Das ist jedoch eine Entscheidung, die man keinesfalls leichtfertig treffen sollte. In unserem großen Pferde Ratgeber zeigen wir hier daher, worauf es beim Pferd kaufen wirklich ankommt.

Man sagt, Pferdekauf sei ein wenig wie heiraten, man weiß erst hinterher, was man sich eingehandelt hat. Allerdings gibt es auch Mittel und Wege, wie man das Risiko, die Katze im Sack zu kaufen, minimieren kann. Dabei fängt das Pferd kaufen eigentlich schon an, bevor man überhaupt einen Gaul begutachtet – nämlich bei der Wahl der Farbe, des Stockmaßes und natürlich ganz besonders der Rasse.

Was vor dem Pferd kaufen beachtet werden muss

Wenn man ein Pferd gefunden hat, daß für einen Kauf in Frage kommt, sollte man unbedingt eine große Ankaufsuntersuchung, im Reiterslang auch „TÜV“ genannt, machen lassen. Diese Untersuchung, in ihrer intensiven Form auch mit Röntgen der Beine, vermeidet unschöne Überraschungen bzgl. des Gesundheitszustandes des Pferdes. Sie kostet je nach Umfang und Tierarzt ab 50 Euro, kann diesen Betrag aber auch deutlich übersteigen. Aber was sind schon die paar Euro gegen den Ärger und potentielle Folgekosten beim Kauf eines kranken Pferdes?

Aber nicht nur der Gesundheitszustand des Pferdes ist wichtig, sondern auch der Charakter, Ausbildung und die Erziehung des Pferdes müssen zum Reiter passen. Ob die Chemie zwischen Zwei- und Vierbeiner stimmt, findet man am besten durch eine „Probezeit“ heraus. Das will heißen, man nimmt ein Pferd, das für den Kauf in Frage kommt erst einmal zur Probe mit nach hause.

Geben Sie sich und dem Pferd eine Probezeit

Die Probezeit sollte ca. 4 Wochen dauern, da man dem Pferd ja auch Zeit zur Gewöhnung an die neue Umgebung geben muss. So hat man genügend Zeit, das Pferd und seine Eigenheiten in aller Ruhe kennen zulernen. Ein seriöser Pferdeverkäufer wird diesem ohne weiteres zustimmen. Der Charakter und die Entwicklung des Pferdes können auf diese Weise viel besser eingeschätzt werden, sodass man genau weiß, welches Tier man sich letztendlich anschafft.

Vor diesen 4 Wochen sollte mann sich im Klaren sein, was man überhaupt will und dann das Pferd genau beobachten, ob es dem eigenen Bedürfnissen entspricht. Will man ein spritziges Pferd und ist schon nach ein paar Tagen völlig entnervt von dem Schneckentempo, daß es an den Tag legt? Oder hat man bei jedem Schritt, den der Zosse tut, Angst um sein Leben, da man nicht auf dem braven Kumpel sitz, sondern auf einem feurigen Höllenross? Dann sollte man von einem Kauf tunlichst Abstand nehmen.

Das Pferd sollte zum Reiter / zur Reiterin passen

Aber nicht nur das Temperament des Pferdes sollte zum Reiter passen, auch noch andere Eigenschaften sind wichtig. Entspricht der Ausbildungsstand des Pferdes den Vorstellungen des Reiters? Hat das Pferd genügend Entwicklungspotential, sprich kann es von seinem Exterieur und seiner Intelligenz überhaupt das leisten, was der zukünftige Reiter von ihm erwartet? Oder ist es etwa gar unterfordert mit seinen neuen Aufgaben und wird sich langweilen und daraus Unarten entwickeln? Ist das Pferd für die ihm zugedachte Haltungsform geeignet?

Nicht jedes Pferd verträgt es 23 Stunden in der Box eingesperrt zu sein, aber auch nicht jedes, wenn auch fast jedes verträgt einen harten Winter im Offenstall. In unserer Umfrage unter mehr als 200 Reiterinnen und Reitern bestätigte eine Überwältigende Anzahl an Teilnehmern, dass ein Pferd mindestens ein mal pro Tag auf die Weide kommen sollte.

Problematisch ist immer der kauf eines Pferdes beim Pferdehändler. Viele Details der Vorgeschichte des Pferdes, wie traumatische Erlebnisse, Unfälle oder Krankheiten sind nicht bekannt oder werden verschwiegen. Deshalb sollte man nie ein Pferd ohne Papiere und Equidenpass von einem Händler kaufen. Die Papiere, sofern sichergestellt werden kann, daß sie tatsächlich auch zu dem entsprechenden Pferd gehören, geben Auskunft über genaue Herkunft, Abstammung und Alter des Pferdes. Der Equidenpass, richtig gepflegt, gibt Auskunft über die Krankheitsgeschichte des Pferdes.


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