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Die Genetik bei Pferden – alle Details

Genetik und Gene bei Pferden

Foto von WolfBlur von pixabay.com

Zwar hat der Spruch „Ein gutes Pferd hat keine Farbe“ nach wie vor von allgemeiner Gültigkeit, dennoch steht das Thema Farbvererbung sehr im Interesse der Züchter und Reiter. Schließlich gibt es Farben, die beliebter sind, als andere, seltene, gesuchte Farben und, je nach Rasse auch unerwünschte Farben. Und jeder Hobbyzüchter träumt davon, aus seiner Stute sein Traumpferd in seiner Lieblingsfarbe zu ziehen, wie auch immer diese aussehen mag.

Im Folgenden soll eine kleine Einführung in die Farbvererbungslehre und ein Überblick über verschiedene, auch seltene Pferdefarben gegeben werden. So kann man auch als Anfänger relativ leicht einschätzen, woher ein Pferd, bzw. eine Pferderassen ihre charakteristischen Eigenschaften her hat.

Die Gene bei einem Pferd

Grundsätzlich sind für die Färbung des Pferdes die Kombination und das Vorhandensein bzw. nicht Vorhandesein der verschiedenen Farbgene verantwortlich. Folgende 13 Gene werden unterschieden:

Extension

Dieses Gen ist verantwortlich für das Vorhandensein der Farbe schwarz im Fell des Tieres. Grundsätzlich gibt es nur 2 Grundfarben bei Pferden: Rot und schwarz. Besitzt ein Pferd Extension als dominantes Gen, also EE (reinerbig) oder Ee (mischerbig), hat das Pferd auf jeden Fall schwarzes Langhaar oder ist Rappe. Liegt das Gen reinerbig rezessiv vor, ist das Pferd fuchsarben.

Agouti

Das Agutigen entscheidet darüber, ob das Pferd ein Rappe oder ein Brauner ist. Wie oben beschrieben muß für das Schwarzhaar das dominate Gen E in rein- oder mischerbiger Form vorliegen. Wenn dann das Pferd noch das dominante Agutigen A in rein oder mischerbiger Form vorliegt, ist das Pferd ein Brauner, sonst ein Rappe. Das Agutigen sorgt also dafür, daß das Schwarzhaar am Körper, nicht aber das schwarze Langhaar aufgehellt wird und braun gefärbt ist. Auf die Färbung eines Tiers mit reinerbig rezessiven Eumelanin ee, also, einen Fuchs, hat das Agutigen keinen Einfluß.

Grey

Dieses Gen entscheidet darüber ob das Pferd ein Schimmel ist oder nicht. Liegt dieses Gen rein- oder mischerbig dominant vor, überdeckt dies alle anderen Farberbinformationen und das Pferd wird zwangsläufig ausschimmeln. Die Nachkommen eines reinerbigen Schimmels, also mit der Erbinformation GG sind zwangsläufig immer Schimmel. Reinerbige Schimmel sind allerdings sehr selten. Ist ein Elternteil ein mischerbiger Schimmel, so ist die Wahrscheinlichkkeit 50%, daß die Nachkommen auch Schimmel werden.

Beispiele für die Grundfarben:

Schimmel

GGEEAA, GGEeAA, GGeeAA, GGEEAa, GGEEaa, GGEeAa, GGEeaa, GGeeAa, GGeeaa, GgEEAA, GgEeAA, GgeeAA, GgEEAa, GgEEaa, GgEeAa, GgEeaa, GgeeAa, Ggeeaa

Fuchs

ggeeAA, ggeeAa, ggeeaa

Brauner

ggEEAA, ggEEAa, ggEeAA, ggEeAa

Rappe

ggEEaa, ggEeaa

Zusätzlich zu den 3 Genen, die für die Entstehung der Grundfarben verantwortlich sind, gibt es weitere Gene, die für Scheckung, Aufhellung von Fell oder Mähne und weitere Farbbesonderheiten sorgen.

Dun

Das Falbgen D ist dominant über die Gene E und A, das heißt, bei Füchsen, Braunen und Rappen, die ein dominantes Falbgen (DD oder Dd) in sich tragen, wird das Körperhaar durch das Gen aufgehellt. Grey ist auch dominant über das Falbgen, das heißt, ein Falbe mit GG oder Gg wird auf jeden Fall ausschimmeln. Ein reinerbiger Falbe wird also auch immer falbfarbene Nachkommen bekommen, außer der andere Elternteil ist ein Schimmel, dann kann es sein, daß der Nachwuchs auch Schimmel ist. Dies mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 bzw. 100%, siehe „Grey-Gen“. Ein heterozygoter Falbe bringt zu 50% falbene Nachzucht. Rein vom Aussehen unterscheiden sich reinerbeige Falben nicht von mischerbigen.

Das Cremegen

Das Cremegen Cr erzeugt, je nachdem welche Grundfarbe vorliegt die Farben Isabell, Erdfarben, Erdbraun, Cremello, Perlino, Smoky Cream. Im Gegensatz zum Falbgen kann man am Phänotyp der Pferdes erkennen, ob das Gen reinerbig oder mischerbig vorliegt. Das Cremegen wirkt dominant auf alle Farben, jedoch wird die Grundfarbe lediglich aufgehellt, nicht überdeckt oder depigmentiert. Zu beobachten ist, daß die Rote Farbe deutlich mehr aufgehellt wird, wie die schwarze. Wird ein Fuchs durch ein heterozygotes Cremegen, also Crcr aufgehellt, entsteht ein Palomino bzw. Isabell. Diese Pferde können auch hellere Augen haben, hellbraun oder bernsteinfarben. Trägt ein Fuchs das Cremegen homozygot, also CrCr nennt man ihn Cremello, oder BEC – Blue Eyed Cream. Aus diesem Namen ergibt sich auch schon das phänotypische Hauptmerkmal eines homozygoten Creamgens. Die blauen Augen.

Aus einem Isabellen mit blauen Augen wird mal also immer nur Isabellen züchten können. Je nach dem ob der andere Elternteil auch ein Cremegen weitergibt oder nicht, entsteht ein Isabel oder Cremello. Ein Brauner mit Cremegen wird ein Buckskin, bzw. Erdfarbener, ein Rappe mit Cremegen ein Smoky Black. Grundsätzlich hellt ein doppeltes Cremegen nicht nur die Augen, sondern auch das Fell und Langhaar deutlich mehr auf, als ein einfaches Cremegen. Oft ist es schwierig zu unterscheiden, welche Grundfarbe vorliegt. Grundsätzlich unterscheidet man den Cremello mit Grundfarbe Fuchs, den Perlino mit grundfarbe Brauner und den Smoky Cream mit grundfarbe Rappe.

Das Silvergen Z, z

Das Silvergen ist quasi das Gegenteil zum Cremegen. Die Grundfarbe des Deckhaars wird wenig bis gar nicht aufgehellt, das Langhaar stärker. Das Silvergen ist nur dominant über die schwarze Grundfarbe. Es zeigt sich nach außen hin erkennbar nicht auf Füchsen, es gibt also keine Fuchswindfarbenen. Somit unterscheidet man Rappwindfarbene (silver black) und Braunwindfarbene (silver bay) . Seltener sieht man Mausfalbwindfarbene (blue dun silver), Braunfalbwindfarbene (silver bay dun), Erdfarbwindfarbene (buckskin silver) und Erdbarunwindfarbene (smoky black silver).

Das Roangen

Roan farbene Pferde, werden im Deutschen auch oft Farbwechsler oder Stichelhaarige genannt. Das Roangen sorgt für einen deutlichen Weißanteil im Deckhaar. Anders aber, als Schimmel haben Roans von Geburt an ihren individuellen Weißanteil, der auch das ganze Pferdeleben lang gleich bleibt und nicht mehr stärker ausschimmelt. Vom echten Schimmel kann man den Roan durch seinen dunklen Kopf in der Grundfarbe erkennen. Auch Mähne und Beine sind meißt in der Grundfarbe. Das Roangen ist dominant über alle Farben


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